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{27. Juli 2008}   Theater Heilbronn

Das ganze Leben ist Theater!! Und ich liebe das Theater, vor allem die klassischen Stücke.

So war ich in „Der Carneval von Rom“

Die Junge Marie lebt in einem Bauerndorf. Ein Malter, Arthur Bryk, malt sie und schenkt ihr sein Werk als er sich nach Rom aufmacht, um dort Geld zu verdienen. Marie vergeht vor Sehnsucht und als sie zwei weitere Maler auf der Durchreise kennen lernt, erfährt sie, wo sie ihren Geliebten suchen muss und verkauft ihnen das Bild, um nach Rom zu reisen.

Als Marie nach Rom kommt, herrscht dort ausgelassenes Karnevalstreiben. Marie mischt sich – verkleidet als junger Mann in Savoyer Tracht – unter die Feiernden und sucht ihren Geliebten. Es dauert auch nicht lange, bis sie ihn entdeckt. Marie als Savoyer Knabe will ihm nahe sein und wird Arthurs Schüler(in).
Die kokette Gräfin Falconi begeistert sich für den Maler, was ihrem Ehemann natürlich überhaupt nicht schmeckt. Sie wird von ihm in ein Frauenstift gesteckt.

Während des Karnevalstreibens sind sich Arthur und die Gräfin nähergekommen. Nur allzu gerne wäre Arthur jetzt bei ihr im Damenstift, doch sein Plan, dort unbeobachtet einzudringen, ist zum Scheitern verurteilt. Marie hat ihn nämlich beobachtet und schlägt Radau.

Der Gräfin ist der Aufenthalt in dem verhassten Damenstift zuwider. Sie hat jetzt genug davon und will ihren geliebten Maler in seinem Atelier aufsuchen.

So kommt es zur großen Enthüllung, als Marie noch als Junge, die Gräfin anflirtet, um ihren Arthur für sich allein zu haben. Arthur und der Graf erwischen die zwei vermeintlichen Liebhaber und Bryk ist enttäuscht von der Gräfin. Da holt Marie eine Zeichnung heraus, das sie als Mädchen zeigt, und zeigt ihrem Geliebten so, wie die wahre Liebe aussehen könnte. Sie offenbart sich ihm, und beide fallen sich in die Arme. Graf Falconi wird bewusst, dass er – wahrscheinlich nicht zum letzten Mal – grundlos eifersüchtig war, und verzeiht seiner Gattin.

Ich fand diese Operette sehr schön, die Lieder sind fröhlich, es gibt ein Ballett, und die Geschichte ist locker flockig ohne große Dramen. Was es sehr spaßig macht. Als Neuling in Sachen Operetten sicherlich sehr geeignet.

Dann war ich nun in der Verdi Oper „La Traviata“ und es war super. Ich hätte nicht gedacht, dass so wenig Handlung einen doch fesseln kann *g* Die Aufführung war auf italienisch und mit eingeblendeten deutschen Obertiteln. Das Bühnenbild war wie so oft auf der Drehscheibe und sehr modern, wie so oft in Heilbronn. Mir gefiel dieser Mix, von neumodischen Requisiten, wie einem Rollstuhl, und den alten Texten. Und meine Oma war erst begeistert. Zum guten Schluss gab es auch Standing-Ovations. denn die Hauptsänger waren einfach unbeschreiblich gut. Und das ist wohl das Wichtigste an einer Oper, dass die Schauspieler und die Inszenierung mit Tonlage und Ausdruck den Zuschauer am Leid und der Lust zu leben der tragischen Heldin teilnimmt.

Violetta Valery kommt vom Lande nach Paris, um in den Salons der Hauptstadt die Liebe und das Glück zu suchen. Doch sie findet nur die Halbwelt, die der jungen Schönheit für Gegendienste gern alles Geld und allen Glanz der Welt zu Füßen legt. Erst als sie Alfred Germont kennen lernt, der sie aus dieser Glitzerwelt befreien und in ein anderes Leben führen will, scheint ein Traum wahr zu werden. Doch die Vergangenheit holt sie ein. Für die feine Gesellschaft ist sie immer eine zu verachtende Außenseiterin. Verdis Kritik an diesen Verhältnissen drückt sich in einer mitfühlenden und entlarvenden, einer dramatisch kontrastierten und behutsam gestaltenden Musiksprache aus, die den ausschweifenden Vergnügungen ihre verlockend feurige Glut belässt, ihre tiefe Wahrheit aber in den Liebes- und Todesgesängen der Titelheldin erweist.

Da ich die Handlung vorher nicht kannte, so kam mir das alles sehr bekannt durch das Musical „Moulin Rouge“ vor. Ich hoffe, wahre Opernfans verzeihen mir diesen Vergleich, doch beides berührte mich gleichermaßen.

Und zu guter Letzt schaffte ich es auch noch in „Der Ring der Nibelungen“ als Schauspiel. Kein Gesang, dafür Einblendungen und ein großartiges Werk, das allen vier Opernteilen gerecht wird.

Der Ring des Nibelungen, Wagners mächtige Tetralogie, ist wohl eines unserer größten Opernwerke. Erzählt wird die Geschichte des Rings, der – aus dem gestohlenen Rheingold geschmiedet – demjenigen, der der Liebe für immer entsagt, unendliche Macht verheißt. Es entspinnt sich ein aufreibender Kampf um seinen Besitz und die dadurch versprochene Weltherrschaft. Frühzeitig mit einem Fluch belegt, treibt der Ring seine jeweiligen Besitzer in den Untergang. Götter, Zwerge, Riesen und die besten Helden der Menschen werden verstrickt. Die Ordnung der Natur und das Gefüge der Welt geraten ins Wanken. Am Ende geht die bestehende Welt mitsamt ihren Göttern unter, und der Ring wird dem Rhein zurückgegeben. Der Konflikt zwischen dem Ring als Symbol der Macht und einer Welt der Liebe, der Aufstieg eines alles umwälzenden Materialismus, die Auflehnung und der Fall der Helden, der Untergang der Welt in Flammen um Platz fürs Neue zu schaffen – all das sind immer wiederkehrende, mythische Themen und eine Herausforderung für die Bühne. Regisseur K.D. Schmidt ist daran interessiert, den kräftigen, klaren Kern der Geschichte, die uralte »Mar«, ohne Wagners interpretierende Musik mit den Mitteln des Sprechtheaters kompakt und sinnlich zu erzählen.

Die Bühne war in drei „Welten“-Ebenen aufgetreilt, mit einem faltbaren und ausklappbaren Quader als zweite Bühne. so wurden Wallhal, Nieflheim und die Welt der Menschen sehr schön dargestellt. das Theaterensemble bestand aus 12 Schauspielern und sie waren einfach klasse. Zwar stimmt „Der Ring des Nibelungen“ von Wagner schon nicht mit der Nibelungensage ganz überein, aber das Original zu kennen ist wohl nicht das Schlechteste, um alle Handlungssträngen problemlos zu folgen. Dieses Theaterstück machte es einem allerdings auch etwas leichter, als die gesungene Version.



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