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{28. Februar 2009}   Die vier Federn

London, 1884. Am Tag als der Krieg gegen den Mahdi-Aufstand im Sudan ausgerufen wird, quittiert Harry Feversham seinen Dienst bei den Royal Cumbrians. Drei seiner Freunde beim Militär sehen darin die größte Schmach, die es für einen Soldaten gibt, und schicken ihm drei weiße Federn als Zeichen der Feigheit. Die vierte weiße Feder erhält Harry (Heath Ledger) von seiner Verlobten Ethne (Kate Hudson), die wegen des zu erwartenden gesellschaftlichen Abstiegs, der hier im viktorianischen Zeitalter vorprogrammiert gewesen wäre, keinen anderen Ausweg sieht. Der Film basiert auf einem Roman von A.E.W Mason aus dem Jahre 1910 und wurde bereits mehrfach verfilmt.

Nach einiger Zeit der grüblerischen Selbstzerfleischung folgt Harry der britischen Kompanie doch noch in den Sudan nach, um sich selbst zu beweisen, dass er kein Feigling ist. Die Briten tun sich wider Erwarten nicht leicht gegen die Mahdi-Bewegung, dem ersten erfolgreichen Aufstand gegen den Kolonialismus. Harry begibt sich selbst in höchste Lebensgefahr, um seinen Freunden beizustehen: er durchquert alleine die Wüste, nimmt extrem harte Entbehrungen auf sich und lernt menschenunwürdige Verhältnisse kennen. Nur mit Hilfe seines „schwarzen Schutzengels“, dem afrikanischen Krieger Abou Fatma (gespielt vom hünenhaften Djimon Hounsou) gelingt es Harry, diese Gefahren zu überstehen. (Quelle)

Gott hat dich mir über den Weg geschickt.

Eine bessere Zusammenfassung bekomm ich eh nicht hin, daher muss mal eine Amazon-Bewertung herhalten. Denn leider steht in vielen Inhaltsangaben, es gehe um einen ausgeschiedenen Soldaten, der seinem Regiment hinterherreist, um einen Freund aus Gefangenschaft zu befreien. Das stimmt so mal gar nicht.

Harry ist der Sohn eines erfolgreichen Soldaten, somit bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als auch den Militärdienst zu machen. Als er dann mit seinen Kameraden in den Krieg geschickt werden soll, bekommt er Angst. Angst vor dem Krieg an sich, vor dem Morden, vor dem Tod, vor der langen Abwesenheit von England und seiner Verlobten, und wohl auch vor der Verantwortung; denn er hätte Soldaten zu befehligen.

So quittiert Harry den Dienst, rechtfertigt sich allerdings nur vor seiner Verlobten, die sein Verhalten nicht verstehen will. Seine Freunde sind enttäuscht von ihm, dass er mit ihnen gar nicht darüber gesprochen hat, und so bekommt er die vier Federn, nur sein bester Freund Jack hält augenscheinlich zu ihm.

Warum er dann plötzlich doch hinterherreist, kannman nur so interpretieren, dass er seine Freunde nicht im Stich lassen kann. Harry hört die ersten niederschmetternden Nachrichten aus dem Sudan, und will ihnen beistehen. Aber nicht als Soldat. So wird er als muslimischer Sklave und Lastenträger zum Beobachter und Wächter über sein Regiment. Er wiederum bekommt Schutz von einem afrikanischen (Nubier ?!) Krieger, der aus einem Sklavenvolk stammt. Zwei Außenseiter in einer Welt, die Kopf steht, und man sich nur auf die Loyalität unter Freunden verlassen kann.

So wir am Ende auch eine Rede gehalten, dass man als Soldat nicht in den Krieg zieht für Gott und Vaterland, sondern weil man seinem Freund zur Rechten und zur Linken beistehen will. Man ist füreinander da.
Was für uns irgendwie seltsam klingt. Wenn jede Nation so denkt, dann wäre es doch sinnvoller gar keine Soldaten zu haben, die sich dann verpflichtet fühlen, andere Freundschaften durch den Tod zu entzweien. Aber es ist nunmal eine fiktive Geschichte, vor realem Hintergrund, da muss man ja noch etwas Pathos hineinbringen.

Diese Verfilmung hat mir persönlich sehr gut gefallen, allein die Optik, das Gefühl von Abenteuerfilmen à la Karl May und auch die brutalen Folterungen/Entbehrungen/Kriegsszenen geben genau das weiter, was wohl vermittelt werden soll.
Auf dem Schlachtfeld gibt es keine Ehrungen.
Entweder man wird zum Möder, oder zum Opfer.

HISTORY FACTS:
Der Mahdi-Aufstand, auch
Mahdiya genannt, fand von 1881 bis 1899 unter dem islamisch-politischen Führer Muhammad Ahmad, einem selbsternannten Messias, oder „Mahdi„, gegen die anglo-ägyptische Herrschaft in den Sudan-Provinzen am mittleren Nil statt. Er gilt als der erste erfolgreiche Aufstand einer afrikanischen Bevölkerungsgruppe gegen den Kolonialismus und führte am Ende des 19. Jahrhunderts zur Bildung des „Kalifats von Omdurman“. Dieses existierte 15 Jahre und wurde 1898 durch eine anglo-ägyptische Streitmacht zerstört.



C.H. sagt:

In den wurde ich vor Jahren ins Kino reingeschleift, und habe ihn seit diesen Tagen nicht mehr gesehen. Weiß noch, dass er mich nicht so begeistert hat, aber gut. Müsste ich aber wohl noch mal sehen um wirklich urteilen zu können. Die Erinnerung ist schon ein wenig verblasst… ;-)



lalia sagt:

hm, lag das Fazit nun am Film oder an der Begleitung?! ^^#

und ich muss schon sagen, wenn du Elizabeth superduper findest, dass du dann an den vier Federn was auszusetzen hast, kann ich echt nicht nachvollziehen *g* gleicher Pathos, gleicher Filmstil, ruhige Erzählstruktur, gründlich gemacht.

meinereins war sogar überrascht, dass Heath Ledger mitspielt *lol* voll vergessen, hat jetzt aber weder gestört noch positiv beeinflusst. Das Gesamtergebnis fand ich einfach ansprechend.



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